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Prinzipien und Haltungen

Neben dem Ergebnis am Ende einer Projektarbeit spielt auch der Prozess auf dem Weg dorthin eine zentrale Rolle. Denn bereits dieser Entwicklungszeitraum ist als Gewinn und Erfahrungsschatz zu verstehen, in dessen Verlauf über Experimentieren, gemeinsames Ausprobieren, Gestalten, Erforschen und Zusammentragen verschiedener Ansätze zu einem Thema gearbeitet werden kann.     

Die Methode der Projektarbeit zeichnet sich in der Regel durch folgende Punkte aus:

  • selbstbestimmtes Arbeiten von Lernenden auf ein Ergebnis hin
  • Phasenverlauf mit Planung, Ausführung, Fertigstellung sowie dem öffentlichen Präsentieren eines Ergebnisses bzw. Produkts
  • eigenständiges Dokumentieren des Prozessverlaufs, beispielsweise in einem Portfolio
  • beratende und koordinierende Rolle der Lehrkraft

Das bewusste Wahrnehmen des eigenen Umfelds, das Wahrnehmen von sich selbst und anderen sowie das Gestalten stellen zentrale Leitmotive der Rezeption und Produktion dar und dienen der aktiven Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur.

Der Erwerb digital-ästhetischer Gestaltungskompetenzen von Schülerinnen und Schülern steht bei der Nutzung von digitalen Medien oder Apps im Fokus. Medienprodukte werden unter Berücksichtigung formaler und ästhetischer Gestaltungskriterien (z. B. Bildsprache, Ton, Perspektive) und Wirkungsabsichten erstellt.

Partizipation meint das Eröffnen von Entscheidungs- und Handlungsräumen für alle Beteiligten. Ziel ist es, dass die Mitglieder der Schulgemeinschaft sich als gleichberechtigt wahrnehmen und auf Augenhöhe begegnen können. Eine aktive Mitgestaltung und Teilhabe in Unterrichts- und Schulentwicklungsprozessen wird angestrebt.

Als Beispiel hierfür innerhalb des Pilotprojekts können etwa die Aufgabenbereiche der ausgebildeten Kulturlotsinnen und -lotsen angeführt werden. Dazu zählt neben weiteren Aspekten der Informationsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit auch die Gestaltung, Aktualisierung und Pflege der mittlerweile an allen Pilotschulen etablierten Kulturboards.

Fehler im Verlauf eines künstlerisch-kulturellen Projekts werden nicht als Problem, sondern vielmehr als Chance verstanden. Sie eröffnen den Beteiligten die Möglichkeit, den bisherigen Prozess zu überdenken, neue Ansätze zu erproben und verschiedene Perspektiven einzunehmen.

Diese Offenheit sollte sich ebenso auf Methoden, Meinungen, Personen(-gruppen) und Themen, etc. beziehen und so die kritische Selbstreflexion fördern.

Das Etablieren einer Feedbackkultur im Umgang mit künstlerisch-kulturellen Prozessen stiftet einen hohen Mehrwert, da die eigene Wahrnehmung und die Reflexion über künstlerisches Arbeiten gefördert sowie eine offene Kommunikation untereinander gestärkt wird. Das Feedback sollte stärkenorientiert und wertschätzend sein und nach bestimmten Regeln ablaufen. Es erfordert sowohl Training, den Fokus auf Gelungenes zu richten und dieses zu benennen, als auch die Fähigkeit, positives Feedback anzunehmen.

Daher ist es wichtig, Feedback-Formate nach Einführung zu ritualisieren und immer wieder mit den Schülerinnen und Schülern anzuwenden. Dies kann etwa nach einer Zwischenpräsentation von künstlerischen Produkten im Unterricht oder nach Abschluss eines Projekts umgesetzt werden.

Kulturschule fördert ganzheitliches Lernen über verschiedene emotionale, kognitive, körperliche und sinnliche Zugänge. Dies wirkt sich wiederum positiv auf das Eröffnen neuer Perspektiven sowie die Motivation der Schülerinnen und Schüler aus.

Kinder und Jugendliche erwerben über die Auseinandersetzung mit künstlerisch-kulturellen Themen, Praxen und Methoden ein Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen. Diese können durch Projekte künstlerisch-kultureller Bildung gefordert und gefördert werden. Schülerinnen und Schüler erleben den Produktionsprozess im Optimalfall als Erfolgserlebnis im Sinne eines „Empowerments".

Kinder und Jugendliche werden somit befähigt, auch bisher unbekannte Situationen zu meistern und sich auf diese einlassen zu können. Im gemeinschaftlichen künstlerisch-kulturellen Schaffen kann Selbstwirksamkeit durch Aushandlungsprozesse mit sich und anderen erfahrbar werden.  

Eine Kulturschule verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der die Perspektiven, Themen und Methoden unterschiedlicher Fächer als Gewinn begreift. Dies wirkt sich darüber hinaus positiv auf die Zusammenarbeit innerhalb der Schulgemeinschaft und die Einbindung nicht-künstlerischer Fächer aus.